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BAG-Qualitätsindikatoren sind unbrauchbar

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Geschrieben von Breitenstein, Claude, Liestal   
Wednesday, 13 May 2009

BAG-Qualitätsindikatoren sind unbrauchbar -

Bestes Qualitäts-Prüforgan ist der Patient

Zürich (ots) - Die "Liste der Qualitätsindikatoren der Schweizer Akutspitäler" des BAG ist als Qualitätsindikator  unbrauchbar und verunsichert vor allem die Patienten.

Das Projekt "fmCh PublicDatabase" geht einen anderen Weg: Der Patient soll seine Operationsstatistik (und eventuelle Komplikationen) gemeinsam mit dem Operateur prüfen und freigeben. So kann medizinische Qualität langfristig im Interesse der Patienten gesichert, verbessert und transparent gemacht werden.

 


Ausgelöst durch die Comparis-Studie 2007 wurde im 2008 immer mehr der Ruf nach einer Veröffentlichung der  Qualitäts-Daten der Spitäler und der Ärzte laut. Die vom BAG veröffentlichte "Liste der Qualitätsindikatoren der Schweizer Akutspitäler" hat leider mit Qualitätssicherung nichts zu tun und wird deshalb von der fmCh abgelehnt.

 

In dieser Liste werden Äpfel mit Birnen verglichen: So ist es logisch, dass eine auf Herzleiden spezialisierte Klinik mehr Todesfälle hat, da sie mehr Risikopatienten betreut.Die Liste findet auch keine Akzeptanz bei den Spitälern - nur gerade mal 26% stimmten einer Publikation zu - und wichtige Aspekte wie zum Beispiel die Patientenzufriedenheit wurden gänzlich vernachlässigt.

 

Im Gegensatz dazu soll das Projekt "fmCh PublicDatabase" den Patienten aktiv in die Dokumentation seiner eigenen Operationsdaten einbinden und einen echten Beitrag zur Qualitätsverbesserung leisten. Die fmCh, der Verband der chirurgisch und invasiv tätigen Ärztinnen und Ärzte der Schweiz, engagiert sich seit Jahren für die kontinuierliche Verbesserung der medizinischen Qualität.

 

Erweiterung der bisherigen AQC-Datenbank

Seit 1995 erfassen Kliniken und Praxen aller chirurgischen und invasiven Fachrichtungen ihre Operationsdaten in der Datenbank der Arbeitsgemeinschaft für Qualitätssicherung in der Chirurgie (AQC). Diese Datenbank beinhaltet heute etwa eine halbe Million Fälle aus rund 50 Kliniken und lässt vielfältigste Auswertungsmöglichkeiten zu. Jede Klinik und jeder beteiligte Arzt kann sich mit den anderen Kliniken oder Ärzten vergleichen und  Verbesserungsmöglichkeiten erkennen. Dies ist ein wichtiger Dienst für die Qualitätssicherung.

 

Datenschutz gewährleistet

Die bisher allein den Ärzten und Kliniken zugängliche AQC-Datenbank ist vollständig anonym. Patienten sind durch ihre Patientennummer gekennzeichnet, Spitäler und Ärzte sind ebenfalls nur als Nummern erfasst. Die Resultate stehen ausschliesslich den beteiligten Kliniken offen. Es ist nicht möglich, Rückschlüsse auf eine fremde Klinik oder auf ihre Operateure zu ziehen. Gerade der Schutz der Anonymität ist es, welcher zur guten Datenqualität beiträgt.Bei der Entwicklung der "fmCh PublicDatabase" als Erweiterung der bisherigen AQC-Datenbank wurde darauf geachtet, dass der Datenschutz weiterhin gewährleistet ist. Darüber hinaus ist es den Initianten des Projektes wichtig, dass durch die Kontrolle durch den Patienten auch die Qualität der erhobenen Daten gesichert und gesteigert wird. Der Patient ist das beste Qualitäts-Prüforgan für seine eigenen Daten.

 

Operationsstatistik per Brief oder E-Mail

Das Handling der "fmCh PublicDatabase" ist für den Patienten sehr einfach: beim Verlassen des Spitals erhält er ein Merkblatt. Der Patient kann dann Einsicht in seine Daten verlangen. Dabei kann er wählen, ob er seine Daten per eingeschriebenen Brief, normale Post oder E-Mail-Link auf die gesicherte Website www.fmchpublicdatabase.ch

erhalten will. Der Patient erhält anschliessend seine Daten und kann diese bestätigen, korrigieren und durch weitere Daten zu seiner Zufriedenheit mit Arzt und Klinik ergänzen. Gibt der Patient seine Daten frei, so können diese publiziert werden. Die Anonymität des Patienten ist dabei stets gewährleistet.

 

Transparenz im Schweizerischen Gesundheitswesen

Die fmCh will mit diesem Projekt einen qualitativ hochstehenden und verlässlichen Beitrag zur Transparenz im Schweizerischen Gesundheitswesen leisten. Die hohe Qualität und Aussagekraft der Datenbank sorgt für eine medizinische Qualitätssicherung und für medizinischen Fortschritt. Das wichtigste Ziel ist jedoch die

Akzeptanz durch den Patienten. Dies ist mit seiner aktiven Mitarbeit gewährleistet.

 

Regelmässiger Qualitäts-Spiegel

Mit den Daten aus dem Projekt "fmCh PublicDatabase" will die fmCh regelmässig einen Spital- und Ärztespiegel publizieren. Der Spiegel soll sich zu einem der wichtigsten Monitore des Schweizerischen Gesundheitswesen entwickeln und sich als Modell der Qualitätstransparenz von Ärzten und Spitälern etablieren.

 

Die fmCh ist der Dachverband der chirurgisch und invasiv tätigen

Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz. Heute gehören der fmCh 16 Fachgesellschaften mit über 5'000 chirurgisch und invasiv tätigen Ärztinnen und Ärzten an.

 

 


 

ots Originaltext: fmCH                                       

Internet: www.presseportal.ch


 

Kontakt:

Medienstelle der fmCh

Geri Staudenmann

Tel.:  +41/31/312'42'62

Fax:   +41/31/312'42'63

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Kommentare (1)add
...
geschrieben von Schädeli, Daniel, Allschwil , May 14, 2009
Hallo Claude

Dass die vom BAG freigestossene Q-Transparenz nicht funktioniert, ist naheliegend, da stimme ich bei. Das vorgestellte Projekt funktioniert aber auch nicht. Die wichtigsten Fragen werden nicht beantwortet: welche Patienten machen mit, wie werden sie befragt, die Profile der Patienten usw.

Die Beurteilung durch den Pat. hängt nämlich im Wesentlichen von seiner subjektiven Wahrnehmung, seiner Beeinflussung, dem Bildungsstand, seinem allgemeinen Niveau und seiner Gesamtsituation und vielen weiteren Faktoren ab.

Ein paar kleine Beispiele (alles reelle Besipiele, die sich tatsächlich so oder ähnlich zugetragen haben):

Dem Pat. wird vor der Operation (mit Stirnrunzeln) gesagt: "Oh je - da haben sie aber ganze Arbeit geleistet! Das wird nicht einfach - aber wir machen selbstverständlich unser Bestes, dass..... " usw. Der Pat. ist sehr beunruhigt und heilfroh, dass er nach der Operation überhaupt wieder lebend erwacht - irgendwelche "Komplikatiönchen" (gemäss seiner Wahrnehmung, die geprägt ist von der Vorgeschichte) nimmt er dabei nicht einmal wahr - Hauptsache, er hat überlebt... was wird er wohl antworten?

Dem Pat. wird vor der Operation (mit einem Lächeln) gesagt: "Ach, halb so wild, nichts Gefährliches, machen wir Routinemässig x-mal pro Woche, da kann gar nichts schief gehen...", um den Pat. zu beruhigen. Nach der Operation hat der Pat. etwas Narkose-Nachwehen, die Narbe brennt, das Redon muss noch 2 Tage länger bleiben, dessen Entfernung macht scheusslich weh, die Fadenentfernung zupft fürchterlich und... und... was wird er wohl antworten?

Dem Mannequin wird die fadenförmige Appendektomie-Narbe schrecklich aufstossen (ihr Beruf ist negativ beeinflusst) was wird sie wohl antworten?

Die 83-jährige Oma mit 17 künstlichen Gelenken, metabolischem Syndrom, 140kg, 32 Medikamenten, geschwollenen und offenen Beinen, Atemnot bei kleinster Anstrengung, Krampfadern und Hämorrhoiden - die nicht sehr schöne Appendektomie-Narbe wird sie nicht einmal wahrnehmen - was wird sie wohl antworten?
Wie, bitteschön, soll da "Qualität" abgeleitet werden?

Meiner Meinung nach alles Quatsch...

Es müsste eigentlich ganz anders ablaufen. Wir haben uns in den letzten Jahren sehr viel über solche Fragen auseinandergesetzt - die Antworten sind ebenfalls ins OptiQ-Projekt (QSS in der HA-Praxis) eingeflossen - davon später.
mfg
ds


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